In einer neuen Metastudie gibt Alain Thill einen Überblick zur Forschungslage in Bezug auf biologische Auswirkungen der Strahlenbelastung auf Insekten. “Weltweit nehmen die Insekten mit alarmierender Geschwindigkeit ab”, so der Autor. “Es ist bekannt, dass hierbei … insbesondere die Verwendung von Pestiziden und die moderne landwirtschaftliche Praxis eine große Rolle spielen … Bestehende Forschung deutet auf einen weiteren Faktor anthropogenen Ursprungs hin, welcher subtile schädliche Auswirkungen haben könnte: die zunehmend häufigere Verwendung von technisch erzeugten elektromagnetischen Feldern (EMF) wie Hochspannung, Mobilfunk und WLAN.”

Die Studienanalyse basiert auf 190 wissenschaftlichen Veröffentlichungen und wurde im Auftrag der Umwelt- und Verbraucherorganisation diagnose:funk, des NABU Baden-Württemberg und der Luxemburger Umweltorganisation AKUT erstellt.

(Aus der Zusammenfassung:)

Im Ergebnis zeigt sich, dass EMF einen ernstzunehmenden Einfluss auf die Vitalität von Insektenpopulationen haben könnten.
Festgestellt wurde in einigen Experimenten, dass trotz geringen Belastungen durch Sendeanlagen nach mehreren Monaten
schädliche Auswirkungen eintraten. Feldstärken bereits 100-fach unterhalb der ICNIRP-Grenzwerte könnten schon Auswirkungen haben. Vor dem Hintergrund des rapiden Rückgangs der Insekten und des weiteren Ausbaus hochfrequenter elektromagnetischer Feldquellen besteht nicht nur weiterer, dringender Forschungsbedarf, insbesondere auch für die Wechselwirkungen mit anderen schädigenden Noxen wie Pestiziden. Bei der Planung des Mobilfunkausbaus müssen jetzt schon Lebensräume der Insekten vor EMF-Belastung geschützt werden.

Review Biologische Wirkungen elektromagnetischer Felder auf Insekten von Alain Thill  >>>