Aktueller Überblick zur Diskussion um Elektro(hyper)sensibilität (EHS). Das AutorInnen-Team Hanna Tlach, Stephanie Orth-Kern, Peter Czehowsky, Wolfgang Baur, Beatrice Hartmann, Monika Krout, Johannes Naumann und Thomas Thraen argumentiert aufgrund der steigenden Strahlenbelastung für dringliche Vorsorge-Maßnahmen: „Ein Plädoyer für vorsorgliche Strahlenminimierung zugunsten von Mensch und Natur“.

(Aus der Zusammenfassung:)

Menschen mit Beeinträchtigungen durch Elektromagnetische Felder (EMF), im Volksmund Elektrosmog, werden von nationalen und internationalen Behörden meist als rein psychisch Kranke oder als Opfer von Noceboeffekten angesehen, da es unterhalb der von dem privaten Verein ICNIRP auf thermischer Basis empfohlenen Grenzwerte keine (nicht-thermischen) biologischen Schädigungen geben könne. Menschen, die unter Elektro(hyper)sensibilität /sensitivität (EHS) leiden, sollten demzufolge nur symptomatisch z.B. mit Psychopharmaka und Psychotherapie behandelt werden. Die klinische Umweltmedizin hingegen ordnet EHS als eine der chronischen Multisystemerkrankungen ein (GENUIS/LIPP 2012) und spricht von EMF-bedingten Beschwerden und Krankheiten (EUROPAEM 2016). Die Reduktion der Umweltbelastung steht bei den umweltmedizinischen Ansätzen als primäre Behandlungs- und Präventionsmöglichkeit und zur Verhinderung der Chronifizierung im Vordergrund … Da die unabhängige Forschung keine sicheren EMF-Grenzwerte für alle Lebewesen kennt, plädiert das interdisziplinäre AutorInnenteam für einen Paradigmenwechsel von der Setzung von Grenzwerten für Strahlungsquellen zur Begrenzung dessen, was in Innenräumen ankommt mit der vorsorglichen Anwendung des ALASTA-Prinzips (as low as scientifically and technically achievable) – nicht nur für Elektrosensible>>>

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